Dass im November der Gauturntag in der Schalksmühler Jahnhalle stattfand, es passte sehr gut, denn so schloss sich für den scheidenden Kassenwart des Lenne-Volme-Turngaus der Kreis in der Volmegemeinde Schalksmühle. Am 16. März 1985 war Helmut Trimpop in der Sporthalle des STV-Nachbarn TuS Stöcken-Dahlerbrück zum neuen Kassenwart des LVG gewählt worden. „Als Nachfolger von Otto Junker“, erinnerte sich Trimpop am Samstag. „Danach sind Vorstände gekommen und gegangen. Ich bin geblieben. Ich habe das Amt immer mit sehr viel Freude ausgeführt, aber jetzt bin ich in einem Alter, in dem ich es mit Wehmut in jüngere Hände geben möchte.“
Mehr als 40 Jahre hat Trimpop, der über den TV Wiblingwerde zum LVG gekommen war, die Kasse immer akkurat geführt, ist mit jedem Jahr mehr zur guten Seele der Vorstandsarbeit des Turngaus geworden. Dafür hatte er in den Jahren die Ehrennadeln des LVG in Bronze, Silber und Gold verliehen bekommen, zudem die Ehrennadel des Westfälischen Turnerbundes in Bronze, war zum Gauehrenmitglied ernannt worden. Zum Abschied nun überreichte ihm am Samstag der Gauvorsitzende Thorsten Gödde einen Geschenkkorb und Blumen für die Ehefrau, dankte ihm herzlich. Wobei: Niemals geht man so ganz: In den nächsten beiden Jahren will Trimpop seinem Nachfolger weiter unter die Arme greifen. Nur noch einmal wählen lassen wollte sich Helmut Trimpop nicht.
Zum neuen Kassenwart wählte der Gauturntag am Samstag in Schalksmühle den Drolshagener Sascha Hengesbach: Hengesbach ist über das Engagement seiner beiden Töchter, die beim TSV Kierspe aktiv turnen, zum LVG gekommen und will in der Zukunft Verantwortung übernehmen. Genauso wie Thomas Langescheid, der am Samstag als Geschäftsführer des LVG im Amt bestätigt wurde. Hengesbach und Langescheid (TuS Oeckinghausen) wurden für vier Jahre gewählt.
Daneben stand der Gauturntag, bei dem der frisch gebackene Schalksmühler Bürgermeister Christian Breddermann („Der Turnsport steht für Werte, die uns allen gut tun: Fairness, Disziplin, gegenseitiger Respekt und die Freude daran, gemeinsam etwas zu bewegen. Genau das brauchen wir in der Gesellschaft.“), der WTB-Vizepräsident Oliver Rabe und der STV-Vorsitzende Klaus-Peter Wiebusch Grußworte überbrachten, im Zeichen des Prozesses der Veränderung. „Die letzten zwei Jahre waren keine leichten, aber bedeutende Jahre“, stellte der Gauvorsitzende Thorsten Gödde fest. „Wir haben einen Zukunftsprozess angestoßen. Das war und ist wichtiger Schritt, um den Turngau zukunftsfähig aufzustellen. Ich spüre Engagement, die Bereitschaft zur Veränderung und den Willen, Dinge neu zu gestalten. Deshalb gehe ich auch sehr zuversichtlich in meine letzten beiden Jahre als Gauvorsitzender.“
Auf den Zukunftsprozess ging Florian Klug, der beim Westfälischen Turnerbund für Vereinsentwicklung und Digitalisierung zuständig ist und den LVG in den vergangenen beiden Jahren beraten hat, für die 30 Delegierten aus zehn Vereinen des LVG, die zum Turntag gekommen waren, näher ein. „Es stehen Veränderungen an, die wir von Anfang an als Chance verstanden haben“, erklärte Klug. „Es war super, dass Thorsten Gödde auf uns als WTB zugekommen ist. Wir haben versucht, alle Vereine mit ins Boot zu holen. In Workshops haben wir analysiert, wo der Schuh drückt. Klar ist: Wir müssen an den Strukturen etwas verändern. Wir haben gemeinsam Handlungsfelder entwickelt, neue Stellenbeschreibungen für den Vorstand erstellt. In kleinen Schritten haben wir genau definiert, was der neue Vorstand in Zukunft zu tun haben soll.“
Klug zeichnete das Bild von einem zukünftigen Vorstand mit vier Köpfen (Gesamtleitung, Leitung Organisation, Leitung Kommunikation, Sprecher Turnrat). „Wir sind gestartet, aber wir sind noch nicht am Ziel“, stellte Klug fest. Als nächstes stehen 2026 die Ausarbeitung einer neuen Satzung auf dem Programm, aber auch die nähere Definition einer strategischen Ausrichtung für den Turngau, der trotz des Verlustes zweier Vereine (TSV Oestertal, TV Jahn Grotewiese) von 2022 bis 2024 995 Mitglieder dazu gewonnen hat. Für 45 Vereine und knapp 17.000 Mitglieder ist der LVG die Dachorganisation und will für diese Mitglieder und Vereine auch in Zukunft zuverlässiger Partner sein. Bis zum Gauturntag 2027, der beim TuS Jahn Ohle stattfinden soll, soll der Zukunftprozess so weit sein, dass dann ein Führungsteam in neuen Strukturen gewählt werden kann. Bis dahin bleibt neben dem Alltag noch eine Menge zu tun, um den Prozess zu einem guten Ergebnis zu führen.
Der Alltag indes ist auch alles andere als grau für die Turnbewegung. Oliver Rabe machte am Samstag in Schalksmühle Werbung für das NRW-Turnfest, das 2026 vom 3. bis zum 7. Juni in Hamm stattfinden wird. Ein Jahr nach dem Deutschen Turnfest in Leipzig, das auch für die Aktiven im LVG ein Highlight war, wartet das nächste große Turnfest als Magnet. Ein Event, dem man auch an Volme und Lenne bereits voller Vorfreude entgegenschaut.



